Das Gewerbegebiet Rothe Erde entwickelt sich derzeit zu einem der bedeutendsten Transformationsprojekte in Aachen. Auf rund 500.000 Quadratmetern entsteht Schritt für Schritt ein moderner Standort für urbane Produktion, Innovation und nachhaltiges Wirtschaften.
Vom Industrieareal zum Modellstandort
Rothe Erde blickt auf eine lange industrielle Tradition zurück – geprägt von Schwerindustrie und später großen Produktionsstandorten. Heute steht das Gebiet exemplarisch für den Strukturwandel urbaner Räume: Weg von monofunktionaler Industrie hin zu einem vielfältigen, gemischt genutzten Quartier.
Die aktuellen Planungen der Stadt Aachen verfolgen das Ziel, Rothe Erde zu einem Modellstandort für urbane Produktion zu entwickeln. Hier sollen künftig Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Forschung und Kreativwirtschaft eng zusammenarbeiten und voneinander profitieren.
Das Strukturkonzept
Das Gewerbegebiet Rothe Erde soll sich von einem klassischen Industrieareal zu einem lebendigen, gemischt genutzten Quartier entwickeln – mit Raum für Produktion, aber auch Aufenthaltsqualität, Gastronomie, Kultur und Grünflächen. Ziel ist eine moderne Arbeitsumgebung, die über den reinen Arbeitsplatz hinausgeht und einen eigenen Charakter mit künftigem Markennamen erhält.
Zentrales Element ist das „produktive Band“ , eine zentrale Erschließungsachse, die sich von der Hüttenstraße über die Philipsstraße bis zwischen Hutchinson- und Gates-Areal ziehen soll. Ergänzt wird dies durch ein umlaufendes grünes Band entlang der Vennbahntrasse sowie durch Plätze, Grünflächen und neue Aufenthaltsbereiche.
Moderne Mobilitätslösungen (Radwege, Mobility Hubs, ÖPNV-Ausbau) und nachhaltige Energiekonzepte (u. a. Fernwärme und perspektivisch erneuerbare Energien) runden die Planung ab, die wissenschaftlich begleitet wird.
Am C WERK nehmen die Planungen nach unserer Übernahme im Sommer 2024 zunehmend konkrete Formen an. „Wir kennen jetzt die Rahmenbedingungen und können nun loslegen“, beschreibt unsere Geschäftsführerin Julia Hesse den aktuellen Stand.
Bereits heute zeigt sich die Dynamik auf dem Gelände: Rund 25 Mietverträge konnten wir abschließen – von jungen Start-ups bis hin zu etablierten Partnern wie der Regionetz. Parallel treiben wir zentrale Infrastrukturprojekte voran, darunter ein Batteriespeicher, ein Rechenzentrum und ein Mobility Hub.
Gleichzeitig haben wir unseren Hallenbestand intensiv analysiert, um fundiert zu entscheiden, welche Gebäude wir erhalten, sanieren, umnutzen oder zurückbauen. Erste Rückbaumaßnahmen, insbesondere entlang der Bahnlinie, starten noch in diesem Jahr.
Unser Ansatz bleibt dabei klar: Wir entwickeln das Areal bedarfsgerecht. Neubauten entstehen nur dort, wo konkrete Nutzungen vorhanden sind. Auch ein zentrales Bürogebäude ist perspektivisch geplant – jedoch ebenfalls nur bei entsprechender Nachfrage. Denn für uns gilt: „Produktion geht heute nicht mehr ohne Büros“, so Julia Hesse.
Bei der Entwicklung des C WERK setzen wir bewusst auf den Erhalt prägender Bestandsbauten. Historische Gebäude in typischer Backsteinoptik bleiben dort bestehen, wo es sinnvoll ist, und werden in neue Nutzungskonzepte integriert.
So planen wir entlang der Bahnstrecke die Entwicklung sogenannter Handwerkerhöfe – der Bauantrag ist bereits eingereicht. Gleichzeitig arbeiten wir daran, das ehemalige Herzstück der Reifenproduktion zu einer markanten Mehrzweckhalle umzunutzen, die künftig als Entrée in das C WERK dienen soll. Auch für das Pförtnerhäuschen gibt es konkrete Pläne, unter anderem für eine gastronomische Nutzung, zu der bereits Gespräche laufen.
Ein wichtiger Baustein für die Belebung des Standorts ist zudem das Containerdorf „RØTHE“, das wir im vergangenen Jahr eröffnet haben. Für den kommenden Sommer ist es bereits vollständig ausgebucht und bietet ein vielfältiges Programm – von Veranstaltungen wie Public Viewing und Märkten bis hin zu Freizeitangeboten und After-Work-Formaten.
Aufgrund der positiven Resonanz prüfen wir aktuell die Entwicklung eines zweiten, ähnlichen Angebots auf der gegenüberliegenden Seite des Geländes in Richtung Aachen Arkaden.
Quelle/Copiright und weitere Infos zur Entwicklung:
Link Artikel: Aachens größtes Gewerbegebiet: Rothe Erde wird neu gestaltet | Aachener Zeitung
Link Podcast: AZ-Podcast zum Gewerbegebiet Aachen-Rothe Erde | Aachener Zeitung